10 Wickel-Tipps eines frischgebackenen Vaters

Windeln zu wechseln gehört mit Sicherheit zu den Dingen auf die man(n) sich als frisch gebackener Vater am wenigsten freut. Da die lieben Kleinen in den ersten 6 Monaten aber vor allem vier Dinge tun: essen, schlafen, weinen und in die Windeln machen, bekommt man glücklicherweise sehr schnell Übung. Als Anfänger-Papi musste ich mich rasch in die neue Situation einfinden und wurde bald zum Profi.

Schon am ersten Tag nach der Geburt unserer Tochter, zeigte man mir im Spital wie man ein Neugeborenes wäscht, pflegt und wickelt. Das war für mich völliges Neuland. Dass ich mein Baby nicht an den Füssen hochziehen darf, war mir klar, aber die Nabelschnur, welche in den ersten Tagen doch noch ein gutes Stück absteht fand ich recht unpraktisch. Anfangs fürchtete ich mich auch ein wenig vor der «Zerbrechlichkeit» des kleinen Geschöpfes, doch die Hebamme verdeutlichte mir, wie viele Kräfte auf das Baby während der Geburt einwirken und dass es nicht aus Zucker sei. Dies half mir sehr den richtigen Wickelgriff [Verlinkung auf Wickelgriff] anzuwenden und Sicherheit zu bekommen.

Nach drei Tagen durften wir unsere Kleine aus dem Spital mit nach Hause nehmen. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte sie im Windelbereich leicht gerötete Haut und im Spital haben Sie uns eine Creme empfohlen welche, welche wir 3 Mal täglich auftragen sollten. In den ersten Tagen zu Hause waren wir bei ungefähr 8 Mal Windeln wechseln pro Tag und jede Windel war nebst «Bisi» mit dem lustig gelb gefärbten Muttermilchstuhl gefüllt. Dies reizte die bereits gerötete Haut am Babypo natürlich jedes Mal noch mehr. Auf Empfehlung der Hebamme kauften wir in der Apotheke noch andere Cremen mit weissem Zink. Die einen Pasten waren recht zäh beim Auftragen andere waren sehr leicht und hafteten auch auf feuchter Haut. Inzwischen waren wir auf 10 Windeln pro Tag angekommen und ich war schon extrem routiniert.

  1. Baby erst auf den Wickeltisch legen, wenn alles bereit ist. Einhändig wäre das alles sehr unpraktisch und ich würde mein Kind keine Sekunde auf dem Wickeltisch alleine lassen, auch wenn es sich noch nicht drehen kann.
  2. Lauwarmes Wasser in einem Plastik-Kübelchen oben links auf dem Wickeltisch bereitstellen. Oberhalb, weil es da das Baby nicht erreichen kann und links, weil ich mit der rechten Hand die Beinchen hochhebe.
  3. Eine Box mit Wegwerftüchlein (z.B. Windeleinlagen aus dem Grossverteiler) zum Reinigen mit lauwarmem Wasser. Keine Feuchttücher, die enthalten fast alle Parfüm oder andere Hautreizende Inhaltsstoffe.
  4. Abwaschbare Zinkcreme, falls die Haut im Windelbereich gerötet ist. Keine klebrigen Pasten, da diese nur mit Öl, Feuchttüchern und Reibung entfernt werden können.
  5. Zwei frische Windeln in der passenden Grösse. Oft ist die saubere Windel schon wieder voll, bevor sie zu ist. Ideal sind Windeln mit einer „Füllstandanzeige“. Man kann damit sehr einfach erkennen, ob der kleine Mensch genug getrunken hat.
  6. Den Body immer weit nach oben bis zu den Ärmchen aufmachen um allfällige «Kreuzkontamination» zu vermeiden. Meistens entdeckt man erst zu spät, dass die Windel ausgelaufen ist, gerne auch vertikal, entgegen aller Naturgesetze.
  7. Schmutzige Windel mit den Klettverschlusslaschen verschliessen um sie anschliessend zielgerichtet in einen Windelsack und den Windeleimer zu befördern.
  8. Ach ja, die Klettverschlüsse sitzen vorne. Sind sie hinten, hat man(n) etwas falsch gemacht und darf noch einmal von vorne starten. Vermutlich ist zu dem Zeitpunkt auch das Outfit des Babys völlig derangiert.
  9. Für das grosse Finale ringt man dann mit dem neuen Strampler um die Druckknöpfe zu finden die NIE am gleichen Ort sind und die man IMMER ein zweites Mal schliessen muss, weil man wieder einen Knopf ausgelassen hat.
  10. Es hilft ein Liedchen, Spielzeug oder Versli [Verlinkung auf Fingerversli] nur für den Wickeltisch zu haben. Es hilft dabei dem Baby ein Ritual zu geben und das liebe Kleine daran zu hindern vom Wickeltisch zu hüpfen oder Utensilien runter zu schmeissen.